Strategiemüdigkeit
Wenn Strategie ihre Wirkung verliert.
Von Tom Hill
Von außen läuft alles. Von innen fehlt die Richtung.
Neues kommt dazu, kaum etwas fällt weg.
Ohne klaren Maßstab wird jede Wahl zäh.
Aktivität ersetzt Orientierung.
Strategie beginnt und verläuft sich im Alltag.
Und niemand kann klar sagen, wohin.
Dann arbeitest Du vielleicht härter als je zuvor – und weißt immer weniger, wohin.
Das hat einen Namen.
Strategiemüdigkeit entsteht nicht durch mangelnde Disziplin und nicht durch fehlende Methoden. Sie entsteht, wenn Unternehmer über Jahre Entscheidungen treffen, Ziele verfolgen, Probleme lösen – und dabei den Bezug zu ihrem Zukunftsbild verlieren.
Von außen wirkt alles stabil.
Von innen wird Orientierung schleichend knapp.
Das ist keine Strategiekrise. Es ist eine Aufmerksamkeitskrise. Das Tagesgeschäft gewinnt jeden Tag – die Zukunft meldet sich nicht, sie wartet. Und wird verdrängt.
Strategiemüdigkeit entsteht, wenn Richtungsarbeit dauerhaft von Dauerbetrieb ersetzt wird.
Unternehmen verlieren ihre Zukunft selten in der Krise. Sie verlieren sie im Erfolg.
Was hilft gegen Strategiemüdigkeit?
Nicht mehr Strategiepapier. Nicht mehr Maßnahmen. Sondern eine Prinzipumkehr.
Erst klären, wohin. Dann entscheiden, wie.
Ein Zukunftsbild schafft Orientierung, bevor Maßnahmen entstehen. Es wird zum Maßstab für Entscheidungen und verbindet Menschen durch ein gemeinsames Bild. Wer den Prozess begleitet haben will, findet im Sparring den Rahmen.
Strategiemüdigkeit ist die Eintritts-Diagnose im Denkmodell Wie entsteht Zukunft? – das Symptom, dessen Ursache die Fortschreibungsfalle ist und das ein Zukunftsbild überwindet.
Tom Hill
Seit über zwanzig Jahren begleitet Tom Hill Unternehmer und Führungsteams dabei, aus Komplexität wieder Richtung zu gewinnen – über Orientierung und ein klares Zukunftsbild. Er prägte die strategische Definition von Strategiemüdigkeit. Autor von Zukunft.Unternehmen.
